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So klingt die Debütplatte von Sampha
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Neue Platten: Sampha So klingt die Debütplatte von Sampha

Nach Auftragsarbeiten für Drake, Frank Ocean und Solange hat Sampha Sisay endlich sein Debütalbum aufgenommen: Sein Neo-Neo-Soul ist mal atemlos kühl, mal brüchig und resigniert. "Process" ist eine Musik gewordene Selbstfindung - und eine echte Entdeckung, meint ZiSH-Autorin Sirany Schümann.

Endlich mit Debütalbum: Sampha.

Quelle: Handout

Eigentlich müsste Sampha Sisay auf seinem Debüt vor Selbstbewusstsein strotzen. Er hat für Drake, Frank Ocean, SBTRKT, Solange und Beyoncé produziert, komponiert oder gesungen. Und doch klingt „Process“, als trüge der junge Mann aus London die gesamten Sorgen und Probleme der Welt auf seinen Schultern.

Mal singt Sampha wie in „Blood on Me“ atemlos und trotzig gegen die Geister an, die ihn verfolgen, dann wieder wirkt seine Stimme in „Reverse Faults“ so brüchig, als habe er schon resigniert. Der Gesang spiegelt wider, wie sich der 27-Jährige mit seinen Ängsten auseinandersetzt: Krankheit und Sterblichkeit haben den Musiker und Produzenten zeit seines Lebens begleitet. Seine Mutter starb vor zwei Jahren an Krebs und auch sein Vater lebt nicht mehr.

Auf dem gesamten Album steht Samphas heiser-soulige Stimme im Mittelpunkt, minimalistisch instrumentiert von Sound-Arrangements und Beats, die er allesamt selbst programmiert hat. Ein Song sticht dabei besonders durch seine melancholische Schönheit heraus: „(No One Knows Me) Like the Piano“. Die Klavierballade trägt die Erinnerung an seine verstorbene Mutter, ist aber gleichzeitig eine Art Meditation. Sampha hat seine eigene Form von Spiritualität gefunden – in seiner Musik.

Sirany Schümann

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