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Wer einen Handwerker braucht, muss oft warten
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Bauboom Wer einen Handwerker braucht, muss oft warten

Vor allem im Baugewerbe sind viele Betriebe so stark ausgelastet, dass man als Kunde nur schwer einen Termin bekommt. Nicht nur bei Neubauten, sondern auch bei Sanierungen geht der Trend nach oben - und Betriebsinhaber haben Probleme, Fachkräfte oder Nachfolger zu finden. 

Alle Hände voll zu tun: Handwerker machen derzeit gute Geschäfte.

Quelle: Maurizio Gambarini

Berlin/Hannover. Wer derzeit im Haus renovieren will, sollte früh mit der Planung beginnen. Wegen der guten Konjunktur kommen viele Betriebe mit dem Abarbeiten ihrer Aufträge nicht mehr hinterher. Dies bedeutet lange Wartezeiten und häufig Frust bei den Kunden.

„Das Handwerk blickt auf ein Rekordjahr 2016 zurück“, heißt es im jüngsten Konjunkturbericht des Zentralverbands des Deutschen Handwerks (ZDH). Das Geschäftsklima sei so gut wie noch nie. 94 Prozent der vom Verband befragten Betriebe gaben an, dass die Geschäfte gut oder zumindest zufriedenstellend seien. Vor allem das Ausbau- und Baugewerbe profitiere vom Boom - also zum Beispiel Maler, Fliesenleger, Maurer oder Dachdecker.

Dies gilt auch für die Region Hannover: Im Bezirk der hannoverschen Handwerkskammer seien die Betriebe zurzeit gut ausgelastet - besonders Bau- und Ausbauhandwerksfirmen, berichtet eine Kammersprecherin.

Früh Kontakt aufnehmen

Doch was die Betriebe freut, hat für die Kunden auch Nachteile. Erstens können Handwerker aufgrund der guten Nachfrage relativ leicht höhere Preise durchsetzen. Zweitens müssen Kunden länger auf Termine warten.

Bei Bauarbeiten betrage die Wartezeit derzeit bis zu zehn Wochen, sagt ein ZDH-Sprecher. Sein Rat: Bei solchen Aufträgen solle man spätestens drei Monate vor dem Termin Kontakt mit dem Betrieb aufnehmen. Und bei Notfällen? „Kleine Aufträge oder Nothilfen werden auch kurzfristig erledigt.“

„Die Auftragsbücher werden immer dicker“, sagt auch Karl Brenke, Konjunktur-Referent beim Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW). „Das liegt vor allem am wachsenden Sanierungs- und Wohnungsbedarf.“ So wird in den Ballungszentren dank des Immobilienbooms viel gebaut.

Die Zahl der Baugenehmigungen für Wohnungen in Deutschland stieg im vergangenen Jahr um rund 60 000 auf knapp 375 600. Nicht nur bei Neubauten, sondern auch bei Sanierungen zeigt der Trend nach oben. Das geht aus Daten des Statistischen Bundesamts hervor.

Betriebsinhaber finden keine Nachfolger

„Viele Hausbesitzer und Hausbauer investieren lieber in eine energetische Sanierung, anstatt ihr Kapital zu Nullzinsen zu parken“, erklärt die Berliner Handwerkskammer in ihrem aktuellen Frühjahrsbericht. „Das führt natürlich dazu, dass Kunden derzeit zum Teil sehr lange auf ihren Termin warten müssen“, sagt DIW-Experte Brenke. Gleichzeitig nehme die Zahl der Betriebe gerade im Baubereich immer weiter ab. Ein Grund für den Rückgang sei, dass ausscheidende Betriebsinhaber oftmals keinen Nachfolger fänden.

„Zudem werden Lehrlinge gerade im baunahen Bereich knapper, etwa bei den Heizungsbauern.“ Dies hänge mit dem demografischen Wandel zusammen - aber auch damit, dass ein wachsender Teil der Jugendlichen ein Studium anpeile.

Händeringende Suche nach Personal 

Auch der ZDH sieht den Fachkräftemangel in der gesamten Handwerkerschaft als eine Ursache der langen Wartezeiten. „Die Betriebe suchen händeringend nach Personal, um ihre hohen Auftragsbestände abzuarbeiten.“

Hätten die Betriebe genügend Fachkräfte und Auszubildende beschäftigen können, wäre in der Branche im vergangenen Jahr ein noch höheres Umsatzwachstum möglich gewesen. Auch im Großraum Hannover suchen viele Handwerksunternehmen Verstärkung. Jeder vierte Betrieb wolle zusätzliches Personal einstellen, betont die Handwerkskammer.

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