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Tim Lobinger verleiht RB Leipzig Flügel
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Ex-Stabhochspringer als Athletiktrainer Tim Lobinger verleiht RB Leipzig Flügel

Wenn es nach Athletiktrainer Tim Lobinger geht, haben er und Drittligist RasenBallsport Leipzig noch einen langen, gemeinsamen Weg. Das Ziel des ehemaligen Stabhochspringers: den RB in die Bundesliga bringen.

Vom Stabhochsprung zum Fußball: Tim Lobinger.

Quelle: dpa

Leipzig. Tim Lobinger hat den Hochsprungstab gegen den Fußball getauscht. Denn ohne Sport kann er nicht leben. Früher war der vierfache Olympia-Teilnehmer nur um seine eigene Fitness bemüht, heute kümmert er sich um die Spritzigkeit von 25 Kickern bei RasenBallsport Leipzig. In seinem ersten Jahr als Athletik-Coach für RB Leipzig ist ihm das gut gelungen. Vor allem in der entscheidenden Saisonphase mit dem Sachsenpokalsieg und der gewonnenen Aufstiegsrelegation in die 3. Liga war die Physis des Teams ein großer Trumpf.

Die Liebe zum Fußball begann für den gebürtigen Rheinbacher schon im Alter von fünf Jahren. „Seitdem bin ich Fan von Bayern München. Mein erstes Trikot war von Sepp Maier“, erzählt der 40-Jährige. Professionelle Kontakte zum Fußball knüpfte er erstmals in Leverkusen. Bei Bayer trainierten Leichtathleten und Fußballer zeitgleich in einem Stadion, dabei lernte der damals 20-Jährige den Bundesliga-Coach Christoph Daum kennen. „Da habe ich zum ersten Mal mitbekommen, wie viele Verbindungen es zwischen Fußball und der Muttersportart Leichtathletik gibt“, sagt Lobinger.

Der zweifache EM-Medaillengewinner überlegte bei seiner Berufswahl nach der Zeit als Profisportler auch, ob er der Leichtathletik treubleiben soll. Doch er entschied sich dagegen, denn die Strukturen seien ihm nicht professionell genug: „Was Ralf Rangnick innerhalb von 13 Monaten in Leipzig aufgebaut hat, schafft der Deutsche Leichtathletik-Verband in den nächsten 100 Jahren nicht.“ Der RB-Sportdirektor war es auch, der Lobinger mit in die Messestadt brachte. „Rangnick hat 2011 mitbekommen, wie ich dem ehemaligen Bundesliga-Profi Alexander Hleb als Individualtrainer geholfen habe“, sagt Lobinger. Auch Torhüter Michael Rensing unterstützte er schon beim Fitwerden. RB hingegen ist die erste professionelle Fußballmannschaft, die er betreut.

Lobinger hätte auch zum FC Red Bull Salzburg gehen können, entschied sich aber bewusst für Leipzig: „Es ist der jüngste Fußballverein, den es gibt, mit den größten Entwicklungsmöglichkeiten europaweit.“ Aber es sei auch der Reiz, einen Club von der Pike an mit aufbauen und entwickeln zu können. Er schmunzle ein wenig über die ewigen Traditionsdiskussionen und pflichtet Red-Bull-Chef Dietrich Mateschitz bei, der kürzlich in einem Interview sagte, jede Tradition sei relativ. „Bei den Olympischen Spielen macht heute auch keiner mehr Tauziehen“, sagt Lobinger.

Nicht nur beruflich, auch privat ist der 40-Jährige im Osten Deutschlands angekommen. Ab September zieht seine Frau und TV-Moderatorin Alina Lobinger von München nach Leipzig. Sein Sohn Tyger besucht dann eine Leipziger Schule, hat sich außerdem in die U15 von RB gespielt. „Ich will kein Athletiktrainer auf der Durchreise sein, sondern bin hierhergekommen, um mit der Mannschaft in die 1. Liga aufzusteigen, wo wir uns auch etablieren wollen.“ Von der ehemaligen Liebe zur Leichtathletik ist bei Lobinger hingegen nicht mehr viel geblieben. Bei der Weltmeisterschaft vom 10. bis 18. August in Moskau fiebere er einzig mit den befreundeten Stabhochspringern Raphael Holzdeppe und Malte Mohr mit. Seine Zuneigung gilt nun dem Teamsport, denn „die Freude mit der Mannschaft ist nach einem Erfolg viel intensiver als im Einzelsport.“

Auf die Herausforderung in der ersten Runde des DFB-Pokals freut er sich besonders. Die Leipziger empfangen am Freitag den Erstligisten FC Augsburg. „Unsere Mannschaft hat in den vergangenen Monaten in den wichtigen Spielen immer Vollgas gegeben“, sagt Lobinger, der sich im Vorfeld schon in seiner alten Heimat Bayern umgehört hat und sich sicher ist: „Unser Team funktioniert momentan besser als Augsburg. Und als Drittligist hat man in so einem Spiel nichts zu verlieren.“

dpa

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