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Dan Patlansky stellt sein neues Album vor
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Blues-Musiker Dan Patlansky stellt sein neues Album vor

Dan Patlansky wuchs in Südafrika auf, in seiner Heimat ist er bereits ein gefeierter Star und gilt als der beste Blues-Geschichten-Erzähler seiner Generation. Nun stellt er in Hannover sein neues Album "Introvertigo" vor. 

Dan Patlansky

Quelle: dpa

Hannover. „Introvertigo“ ist Ihr achtes Album in 17 Jahren. Was hat sich an Ihrem Sound im Laufe der Zeit geändert?

Meine alten Sachen gingen eher in Richtung klassischer, traditioneller Blues. Der neue Sound ist eher so das Blues-Rock-Ding. Ich mische klassische Rockelemente mit Blues und lasse auch Elemente aus anderen Genres, wie Funk und Soul, einfließen. Ich glaube, „Introvertigo“ ist mein bislang versiertestes Album, auf dem alle meine Einflüsse zu hören sind. Ich bin mit all diesen unterschiedlichen Musikstilen groß geworden, hab sie alle geliebt und deshalb wollte ich sie vereinen.

Woher kommt der Titel des neuen Albums?

Introvertigo ist ein Zustand, den introvertierte Menschen, wie ich einer bin, gut kennen. Es ist das Phänomen, dass einem schwindelig wird, wenn man mit einem extrovertierten Menschen spricht, weil er dir irgendwie die ganze Energie entzieht. Das habe ich selber schon oft erlebt. Und weil ich all die Songs auf dem neuen Album selbst geschrieben habe, schien es mir ein passender Titel.

Ist es nicht widersprüchlich, als introvertierter Mensch auf der Bühne zu stehen?

Ich weiß, dass meine Berufswahl komisch zu sein scheint, aber auf der Bühne zu stehen ist doch etwas ganz anderes, als im normalen Umfeld aus sich raus zu gehen. Ich verspüre da keinen Druck, keine Angst oder Aufregung. Ich glaube, in der Menge zu stehen wäre schlimmer.

Das Publikum wird bei Ihnen immer größer, 2016 haben Sie als Vorband von Bruce Springsteen vor mehr als 64 000 Menschen gespielt, ihr siebtes Album „Dear Silence Thieves“ hat für Bekanntheit auch außerhalb Ihrer Heimat gesorgt. Hat sich Ihr Leben seitdem verändert?

Ach, eigentlich hat sich nicht so viel verändert. Klar, früher war ich auf Touren nur in Südafrika unterwegs, mittlerweile bereise ich die ganze Welt. Das ist hart, weil meine Frau und meine Kinder zu Hause sind. Ich muss also immer versuchen mein Privatleben und den Job und die damit verbundenen Touren in Einklang zu bringen. Das ist schwerer geworden.

Das hört sich ja jetzt erst mal etwas negativ an - was ist denn das Schöne am Touren?

Es ist einfach schön, die Möglichkeit zu haben, meine Lieder vor so vielen unterschiedlichen Menschen aus verschiedenen Ländern zu spielen. Zu sehen, wie sie jeweils darauf reagieren. Es geht mir ja darum, die Menschen zu bewegen. Mein Publikum soll aus der Show gehen und sich besser fühlen.

Unterscheidet sich das deutsche Publikum von den Fans in Südafrika?

Die Zuschauer in Europa sind schon ganz anders, sie kennen sich besser mit dem Blues-Rock aus - weil die Szene hier einfach größer ist. In Deutschland oder auch in England verstehen die Fans meine Musik besser. Das fühlt sich für mich dann natürlich anders an und deshalb liebe ich es, in Europa zu spielen.

Haben Sie je darüber nachgedacht, eine andere Art von Musik zu machen?

Nein, niemals. Blues ist die Musik, mit der ich aufgewachsen bin. Meine Eltern haben das gehört, als ich ein Kind war. Ich liebe es einfach. Das Wichtigste ist, dass man das spielt, wofür man eine Leidenschaft hat. Und ich denke, das ist die beste Chance erfolgreich zu sein: Man muss das machen, woran man glaubt.

Was bedeutet der Blues für Sie?

Er ist der Ursprung aller modernen Musik - also neben klassischer Musik. Alles, was man heute hört, entspringt dem Blues. Und weil der Blues so simpel ist und so ursprünglich, bietet er eine tolle Plattform, um sich auszudrücken. Es ist einfach eine sehr ehrliche Musikform. Blues ermöglicht es dir, ganz du selbst zu sein.

Was erwartet die Fans bei der neuen Show?

Sie können sich auf eine sehr energiegeladene Show freuen, mit vielen neuen, aber auch mit alten Songs. Wir geben immer alles, egal ob wir vor fünf oder 5000 Menschen spielen.

Interview: Lisa Malecha

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