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Europawahl in den Stadtteilen
So haben Ihre Nachbarn gewählt

Wie viele Stimmen hat die CDU in meinem Stadtviertel bekommen? Wo ist die SPD stärkste Kraft? Und wo liegen die Hochburgen von Grünen und Linken? Antworten finden Sie in unserer großen Stadtteil-Übersicht zur Europawahl 2014. Klicken Sie auf die einzelnen Stadtteile in den interaktiven Karten und Sie erhalten alle Zahlen im Überblick.

CDU ist im Osten stark – und schwach im Zentrum

Hannover wählte in diesem Jahr gegen den Trend: In der Landeshauptstadt lagen die Christdemokraten mit 27,9 Prozent weit unter dem bundesweiten Durchschnitt. Allerdings hat die CDU in Hannover Erfahrung mit schwachen Ergebnissen auf Europaebene: Im Jahr 2009 kam sie in der Landeshauptstadt ebenfalls nur auf 28,3 Prozent. Ein Bank war am Sonntag wieder einmal Isernhagen-Süd. Dort holte die CDU mit 50, Prozent ihr mit Abstand bestes Resultat und verbesserte sich sogar noch gegenüber der Europawahl von vor fünf Jahren. In Kirchrode erreichte die CDU 44,8 Prozent – der einzige weitere Stadtteil, in dem die 40-Prozent-Marke geknackt wurde. Weitere gute Resultate erzielte die Partei erwartungsgemäß im Osten der Stadt, darunter in Kirchrode, aber auch im Zooviertel und in der Bult. Wenig überraschend war das schlechte Abschneiden im Zentrum sowie den links-alternativen Stadtteilen. In der Calenberger Neustadt, der Nordstadt sowie Limmer, Linden-Süd und Linden-Nord ging es unter die 20-Pzent-Marke. Sogar nur einstellig blieb das Ergebnis der CDU in Linden-Nord, wo nur 8,4 Prozent der Partei ihre Stimme gaben.

SPD: Nichts zu holen in Isernhagen-Süd

Die Genossen aus Marienwerder, Oberricklingen, Leinhausen und Mühlenberg hatten am Sonntag eines gemeinsam: Sie durften sich darüber freuen, dass die SPD in ihren Stadtteilen über die 40-Prozent-Marke kletterte. Das beste Ergebnis fuhren die Sozialdemokraten in Marienwerder ein (41,6 Prozent). Doch auch sonst hatten die SPD-Mitglieder ausreichend Grund zur Freude, denn Hannover wählte auch diesmal erwartungsgemäß sozialdemokratischer als der bundesweite Schnitt. Vor allem im Nordosten und Südosten der Stadt erreichte die SPD gute Ergebnisse von über 35 Prozent, ebenso in einigen östlichen Stadtteilen wie Anderten, Misburg-Süd und Misburg-Ost. Das traditionell schlechteste Ergebnis gab es für die SPD in der CDU-Hochburg Isernhagen-Süd, wo nur 19,2 Prozent rot wählten. Einen nicht leichten Stand – auch das ist nicht überraschend – hatte die SPD im westlichen Zentrum mit Linden, der Nordstadt und der Calenberg Neustadt, wo die Grünen und die Linke besonders stark waren.

Grüne: Linden bleibt die Hochburg

Die Ökopartei zeigte sich am Sonntagabend mehr als zufrieden über das Abschneiden bei der Europawahl. Der Grund: In Hannover holten die Grünen stolze 18,0 Prozent und lagen damit weiter über dem bundesweiten Schnitt. Ein Blick auf die Karte von Hannover zeigt eine Zweiteilung: Ihre Hochburgen haben die Grünen auch diesmal wieder im Herzen der Stadt. Das mit Abstand beste Ergebnis erzielten sie dabei wie schon bei vorangegangenen Wahlen in Linden-Mitte. Mit 36,0 Prozent hängten sie dort SPD und CDU erwartungsgemäß deutlich ab. Auch in Linden-Nord und Linden-Süd wurden die Grünen stärkste Kraft im Stadtteil. Eines der schwächsten Ergebnisse holte die Partei in Marienwerder mit 6,7 Prozent, in Mühlenberg waren es sogar nur 5,9 Prozent.

Die Linke kann auf „alternative Stadtteile“ bauen

Ein einsamer dunkler Fleck sticht aus der Stadtkarte mit der Wählerverteilung der Linken bei der Europawahl heraus: Satte 16,7 Prozent der Wähler gaben der Partei in Linden-Nord ihre Stimme. Hier konnten etwa auch die Grünen mit 35 Prozent ihr Rekordergebnis einfahren. In dem traditionell alternativen Viertel bleiben die Wähler also auch in diesem Jahr ihrer Tradition treu, links zu wählen. Auch in der von Studenten geprägten Nordstadt kommen 11 Prozent aller Stimmen der Linken zugute. Insgesamt sieht die Stimmenverteilung im Stadtgebiet aus, wie das Gegenstück zur FDP (siehe Karte unten): Der Westen stützt die Partei, die hannoverweit insgesamt auf 6,5 Prozent und regionsweit auf 4,7 Prozent Stimmanteile kommt. Im Osten Hannovers indes wird eher konservativ gewählt: Die Linke erreicht dort in keinem einzigen Stadtteil ihren letztlichen Durchschnittswert. Der Tierfpunkt liegt in Waldhausen: Nur 1,8 Prozent der Wähler gaben der Linken ihre Stimme.

FDP hat ihre Basis im Osten

„Seit der Bundestagswahl ist die FDP noch nicht wieder richtig in Tritt gekommen“: Mit diesem Satz fasste Regionspräsidentschaftskandidat Gerhard Kier am Sonntagabend die Enttäuschung der Freidemokraten über das Abschneiden bei der Europawahl zusammen. Regionsweit erhielt sie 2,7 Prozent und in der Stadt Hannover 2,9 Prozent. Dabei zeigt sich indes eine Spaltung der Stadt: Während die FDP im Westen der Stadt durchgängig unter 3 Prozent blieb (Tiefpunkt in Linden-Nord mit nur 0,7 Prozent), kann sie sich in einigen östlichen Stadtteilen offenbar auf eine zumindest noch halbwegs solide Basis stützen. So fuhr die Partei etwa in Waldheim und Kirchrode 7,1 Prozent ein, auch in Mitte gaben immerhin 6,6 Prozent der Wähler der FDP ihre Stimme. Am stärksten indes blieben die Freidemokraten im gut situierten Stadtteil Isernhagen-Süd: 9 Prozent der Wähler machten ihr Kreuz bei der FDP.

AfD punktet am Stadtrand

Das bundesweite Ergebnis von 6,5 Prozent der Stimmen bei der Europawahl ist für die Alternative für Deutschland (AfD) Grund zur Freude. In Hannover hingegen fand die Euro-kritische Partei rund um ihren Regionsparteichef Andreas Koch weniger Zustimmung als im Rest der Republik. Mit 5,8 Prozent in der Gesamtregion und nur 5,5 Prozent in der Stadt Hannover blieb die AfD unter ihren Erwartungen. Am schwächsten schnitt die Partei, die auch mit einer eigenen Kandidatin bei der Regionspräsidentschaftswahl antrat, im westlichen Zentrum der Stadt ab. In Linden-Mitte und Linden-Nord etwa blieb die Partei unter 3 Prozent. Punkten konnte die weitgehend als Protestpartei wahrgenommene AfD vor allem am Stadtrand: In etwa zwei Dutzend Stadtteilen fuhr die AfD ein Ergebnis von deutlich über 6 Prozent ein. Den Rekord hält Iserhagen-Süd: In Hannovers hohem Norden holte die AfD 9,3 Prozent.