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Borreliosegefahr wächst in der Region Hannover
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Gesundheitsamt warnt vor Zecken Borreliosegefahr wächst in der Region Hannover

Das Gesundheitsamt schlägt Alarm: Zecken sind immer öfter für schwere Infektionen verantwortlich. Die Borreliosegefahr wächst auch in der Region Hannover, darum ist es besonders wichtig, sich an einige Verhaltenstipps beim Aufenthalt in der Natur zu halten.

Zecken warten auf Grashalmen auf ihre Opfer.

Quelle: dpa

Hannover . Der Regen und die Wärme der vergangenen Tage sind ideal für eine besonders unangenehme Art von Parasiten. „Zecken lieben das“, erklärt Masyar Monazahian vom Niedersächsischen Landesgesundheitsamt. Die Blutsauger sind bereits in ihre Hauptsaison gestartet, die bis Oktober dauert, Grund genug für die Experten, vor den Krankheitsüberträgern zu warnen.

Es sind vor allem zwei Infektionen, die ein Zeckenstich bei Menschen verursachen kann: Borreliose und die noch gefährlichere Frühsommerhirnhaut- und Hirnentzündung (FSME), die in Norddeutschland bisher aber kaum auftritt.

Anlagen in der Stadt betroffen

Die Borreliosegefahr wächst auch in der Region. Bis zu 40 Prozent der Zecken sind mit Borrelien infiziert - so heißen die krankheitsauslösenden Bakterien. Zum natürlichen Lebensraum von Zecken gehören Wald und Wegesränder. „Mittlerweile verlagern sie sich aber auch in naturbelassene und in gestaltete Hausgärten. Auch Parkanlagen in Hannover sind betroffen“, berichtet Monazahian. Zu jedem zweiten bis dritten Biss kommt es nach Kenntnis der Experten im Garten. Neben Borrelien können Zecken dabei weitere krankheitsauslösende Bakterien abgeben.

Um ihre Opfer zu finden, nutzen Zecken Sinnesorgane in den Beinen, mit denen sie Erschütterungen und Duftstoffe registrieren. Sie lassen sich von Gräsern abstreifen und wandern dann an Kleidung und Körper weiter.

Rechtzeitig zum Arzt

Der Biss einer mit Borrelien infizierten Zecke führt nicht zwingend zu einer Erkrankung. Das Tier beginnt langsam mit dem Saugen. „Die Bakterien sitzen im Darm der Zecke, bis sie an der Bissstelle ankommen, vergehen meist mindestens zwölf Stunden“, erläutert Monazahian. Deshalb ist es so wichtig, Zecken rechtzeitig vom Körper zu entfernen. Die Suche ist allerdings nicht ganz einfach, denn die Tiere saugen in jedem Entwicklungsstadium Blut. Eine Larve hat in etwa die Größe einer Kugelschreiberspitze, eine Nymphe ist immer noch kleiner als ein Streichholzkopf. Typisch und zumindest zu erahnen sind aber meist die acht Beine der Zecke, eines Spinnentiers, das zur Unterfamilie der Milben gehört.

Ein Anzeichen für eine Infektion kann nach Tagen oder Wochen eine sogenannte Wanderröte auf der Haut sein. Später schädigen die Erreger Nerven, Gelenke oder Herz, falls die Borreliose nicht rechtzeitig mit Antibiotika behandelt wird.

Impfung gegen Hirnentzündung

Eine Therapie gegen die von Viren ausgelöste Frühsommerhirnhaut- und Hirnentzündung (FSME) gibt es dagegen nicht. Auch ein Absammeln der Zecken hilft nicht: Bei einem Biss wandern die Viren, falls vorhanden, sofort über. Wirksamen Schutz bietet eine Impfung, die nach zwei Wochen wiederholt und einem Jahr aufgefrischt werden muss. „Daher sollte man unbedingt rechtzeitig vor Beginn der Urlaubsreise an die Impfung denken“, empfiehlt Mustafa Yilmaz, Leiter des Gesundheitsamtes der Region. Manche Kassen übernehmen auf Antrag die Kosten für eine Impfung. FSME könne zu neurologischen Schäden wie bleibenden Lähmungen führen, betont Prof. Helmut Eiffert von der Universitätsmedizin Göttingen.

Neben Mittel- und Osteuropa, der Schweiz, Österreich und skandinavischen Küstenregionen ­gehört Süddeutschland zu den Risikogebieten. In Niedersachsen würden bisher vereinzelt Infektionen festgestellt. Empfohlen wird die Impfung hier vor allem Menschen, die sich viel im Freien aufhalten.

Was schützt gegen Zeckenbisse?

  • Besonders im Unterholz und auf Wiesen helle Kleidung, die den Körper bedeckt, und festes Schuhwerk tragen.
  • Zeckenabweisende Hautschutzmittel helfen, bieten aber keinen sicheren Schutz.
  • Nach dem Aufenthalt im Freien den Körper gründlich absuchen. Zecken bevorzugen dünne und warme Hautstellen wie Armbeugen, Kniekehlen, Schritt sowie Hals und (speziell bei Kindern) Kopf.
  • Zecken schnell mit Pinzette, Zeckenkarte, -zange, -schlinge entfernen. Die Tiere nie quetschen, niemals Öl oder Kleber auf die Zecke geben.
  • Auch Hunde sollten nach dem Spaziergang immer kontrolliert werden, da Zecken auf den Menschen übergehen.
  • Gegen Frühsommerhirnhaut- und Hirnentzündung (FSME) hilft nur eine vorbeugende Impfung. Sie wird besonders vor Fahrten in Risikogebiete empfohlen (Süddeutschland, Schweiz, Mittel- und Osteuropa).     
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