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Stadt bändigt den „Hundeflüsterer“
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Cesar Millan in Hannover Stadt bändigt den „Hundeflüsterer“

Als Cesar Millan um 20.14 Uhr die Bühne in der Swiss Life Hall betritt, lässt er sich nichts anmerken. Mit keinem Wort erwähnt der prominente US-Hundetrainer, dass er nur unter Auflagen der Stadt auftreten darf und sein Programm teilweise ändern musste.

Posiert im Deutschland-Trikot: Der US-Hundetrainer Cesar Millan.

Quelle: von Ditfurth

Hannover. Weil er eine vom Tierschutz vorgesehene Sachkundeprüfung nicht bestanden hat, darf er bei seiner Tour durch Deutschland nicht mit den Hunden der Showgäste trainieren. Das Verwaltungsgericht hat die Position der Stadt bestätigt, das Oberverwaltungsgericht in Lüneburg am Mittwoch die Beschwerde des „Hundeflüsterers“ abgewiesen. Doch auch darüber verliert der 45-Jährige kein Wort, als er seine eigenen Tieren auf die Bühne holt. Wenig später legt er seinen Kapuzenpulli ab – und macht im Trikot der deutschen Fußball-Nationalmannschaft weiter.

Cesar Millan bei seinem Auftritt in Hannover

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„Eine Veterinärin der Stadt hat Herrn Millan bei der Vorbereitung der Veranstaltung begleitet und darauf geachtet, dass die Auflagen eingehalten werden“, sagt Stadtsprecher Udo Möller. Im Vorfeld hatten Hundehalter ihre Tiere für die Show des selbst ernannten Hundetrainers zur Verfügung stellen dürfen. Im Normalfall trainiert der 45-Jährige dann mehrere Stunden mit den Hunden, bevor er das Gelernte abends auf der Bühne mit den Vierbeinern vorführt. Dieses vorbereitende Training aber verantwortete gestern ein zertifizierter Hundetrainer. Als die fremden Tiere am Abend auf die Bühne kommen, hält Millan meist demonstrativ Abstand.

Weite Strecken bestreitet der „Hundeflüsterer“ ganz ohne Hunde. Stattdessen gibt er den 4000 Besuchern Tipps zur Hundeerziehung und untermalt die mit lustigen Videos, in denen etwa ein Hase eine Herde Schafe hütet. Das zeige, dass es nicht auf Größe ankomme, wenn man sich Respekt verschaffen wolle. Entscheidend, so Millan, sei die innere Einstellung.

Seine Einstellung zu den Auflagen behielt der 45-Jährige gestern für sich.Für ihn steht viel Geld auf dem Spiel. Die acht Shows, die er in Deutschland gibt, fast alle ausverkauft. Tickets kosten zwischen 30 und 70 Euro. Zudem hat er auch hierzulande nicht nur Fans. Die Methoden, die der gebürtige Mexikaner anwendet, um die ihm anvertrauten Hunde zu erziehen, sind umstritten: Millan ist sicher, dass Hunde nur auf ihren Besitzer hören, wenn sie in ihm das Rudel-Alphatier sehen. Um das zu erreichen, greift der „Hundeflüsterer“ auch zu rabiateren Methoden wie Halsbändern, die Elektroschocks aussenden können.

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