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SPD-Chef räumt Versäumnisse in Mühlenberg ein
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Brennpunkt-Stadtteil SPD-Chef räumt Versäumnisse in Mühlenberg ein

In der Debatte um den Brennpunkt-Stadtteil Mühlenberg hat SPD-Chef Alptekin Kirci Versäumnisse seiner Partei eingeräumt: „Wir haben auch Sachen übersehen“, sagte Kirci mit Blick auf Krippenplätze und Grundschulen.

„Kein Zauberstab, um Probleme zu lösen“: Kita in Mühlenberg.

Quelle: Samantha Franson

Hannover. SPD-Chef Alptekin Kirci räumt Fehler seiner Partei im Umgang mit Kinderarmut und Fragen der sozialen Gerechtigkeit am Mühlenberg ein. „Wir haben am Mühlenberg viele gute Sachen gemacht, aber ich sage selbstkritisch, wir haben auch Sachen übersehen“, sagte er am Donnerstag der HAZ. Auswirkungen der Flüchtlingskrise und der Zuwanderung wie zum Beispiel den deutlich gestiegenen Bedarf an Krippenplätzen in dem Stadtteil habe man unterschätzt.

Auch in beiden Brennpunktschulen, der Grundschule Mühlenberg und der Peter-Ustinov-Schule müsse man sich jetzt genau anschauen, wie man die Situation dort verbessern könne: mit Sozialarbeit, Sprachförderangeboten. Den Vorwurf, die SPD handele zu langsam, wies er zurück. Man sei mit vielen Maßnahmen, dem Städtebauförderprogramm „Soziale Stadt“ oder dem Konzept der „Bildungsregion“ „auf dem richtigen Weg“, aber man habe „keinen Zauberstab“, um die Probleme sofort zu lösen.

Nicht nur die Konkurrenz von der CDU, sondern mit Hans-Dieter Keil-Süllow auch ein Genosse hatte der Partei mit Blick auf die dramatischen Probleme von Brennpunkteinrichtungen wie in Hannovers ärmstem Stadtteil Schwerfälligkeit, ja Untätigkeit, vorgeworfen: Keil-Süllow ist Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft für Bildung in der SPD Region Hannover.

Wie tief die SPD und die Verwaltung der Vorwurf der Untätigkeit trifft, konnte man am Donnerstag im Rat sehen: Dort stellte Andreas Markurth, SPD-Ratsherr und Bezirksbürgermeister im Mühlenberg einschließenden Stadtbezirk Ricklingen, eine Anfrage zum Engagement der Verwaltung für den Stadtteil Mühlenberg. In einem vier Seiten langen Vortrag entfaltete Baudezernent Uwe Bodemann in seiner Antwort die allesamt bereits bekannten Aktivitäten der Dezernate: selbst für den Stadtteil entwickelte, energetische Quartierskonzepte wurden erwähnt.

Viel Müll liegt am Canarisweg auf den Straßen und Wegen.

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Der künftige CDU-Landtagkandidat für Mühlenberg, Jesse Jeng, wiederum erhöhte am Donnerstag noch einmal den Druck. Seit zehn Jahren spreche die SPD in Hannover davon, dass die Grundschule am Mühlenberg Ganztagsschule werden wolle. Nichts geschehe, sagte er. Der Landtagsabgeordnete Stefan Politze und Kultusministerin Frauke Heiligenstadt hätten jahrelang Zeit gehabt, etwas für den Mühlenberg zu tun. Jetzt vor Schnellschüssen zu warnen, sei der blanke Hohn.

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