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Neubau beim Fössebad dauert noch länger
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Rechtliche Hürden Neubau beim Fössebad dauert noch länger

Eigentlich sollten die Pläne für den Neubau von zwei maroden Bädern in Linden und Misburg längst auf dem Tisch liegen – doch jetzt verzögert sich alles um Monate. Das ist besonders für die Misburger von Nachteil, denn das baufällige Misburger Bad ist seit mehr als einem Jahr geschlossen.

Wann kann der Neubau beim Fössebad beginnen?

Quelle: Surrey

Hannover. Dabei steht die Finanzierung für den knapp 20 Millionen Euro teuren Neubau, im Grunde könnten die Pläne sofort dem Rat zur Abstimmung vorgelegt werden. Doch es hapert beim Fössebad in Linden. Dort sind nach Informationen der HAZ schwierige rechtliche Hürden zu überwinden. Am Ende könnte es darauf hinauslaufen, dass der privaten Betreibergesellschaft des Fössebads gekündigt werden muss.

Beide Neubauprojekte will die Stadtverwaltung zugleich ausschreiben, um den einen Stadtteil gegenüber dem anderen nicht zu benachteiligen. Zudem geht man im Rathaus davon aus, dass eine Ausschreibung für beide Bauvorhaben Kosten spart.

Offiziell teilt die Stadtverwaltung auf Nachfrage mit, dass gegenwärtig die finanziellen Rahmenbedingungen geprüft werden. Es gebe verschiedene Optionen. Ende März, Anfang April werde man Pläne vorlegen.

Stadt steckt im rechtlichen Dilemma

Nach Informationen der HAZ steckt die Stadt beim Fössebad in einem Dilemma. Sie will das Bad in öffentlich-privater Partnerschaft (ÖPP) errichten. Das bedeutet, dass ein privater Investor das Bad aus eigenen Mitteln errichtet, und die Stadt für das Gebäude eine Art Kaufmiete zahlt. Nach einer gewissen Zeit fällt das Bad ins Eigentum der Stadt. Die Konstruktion funktioniert aber nur, wenn die Stadt das Bad auch selbst betreibt. Das Fössebad wird aber schon seit einigen Jahren erfolgreich von der privaten Fössebad Betriebsgesellschaft geführt. Gesellschafter sind die Wassersportfreunde von 1898 (Waspo 98) und der Universitätssportclub Hannover. „Im Grunde müssten wir dem Betreiber kündigen, wenn wir das Fössebad neu bauen wollen“, heißt es aus SPD-Kreisen. Damit aber riskiere man einen Aufruhr in Linden.

Den wollen Stadt und Ratspolitik möglichst vermeiden. Eine andere Lösung wäre, das Bad nicht als ÖPP-Projekt zu realisieren, sondern aus der Stadtkasse zu bezahlen. Doch damit kommt die Stadt in erhebliche Finanzierungsschwierigkeiten. Wird das Fössebad mit einem 50-Meter-Becken gebaut, was sich Grüne und SPD wünschen, beläuft sich die Bausumme auf rund 25 Millionen Euro. Woher das Geld kommen soll, ist unklar.

Misburger Bad aus Investitionsprogramm bezahlt

Schon die knapp 20 Millionen Euro für das Misburger Bad stammen aus dem frisch aufgelegten Investitionsprogramm der Stadt. Ob ein weiteres Bad aus dem überwiegend kreditfinanzierten Programm bezahlt werden kann, ist zweifelhaft. Die Mittel sind begrenzt und sollen überwiegend in Schulen und Kitas investiert werden.

Bleibt noch der Etat für Bädersanierungen, der insgesamt 42 Millionen Euro enthält, aber für die Reparatur und Modernisierung sämtlicher Bäder in Hannover vorgesehen ist. Der Neubau des Fössebads würde mehr als die Hälfte der Gesamtsumme verschlingen. Sanierungsvorhaben in anderen Bädern müssten dann zurückgestellt werden. Auch in diesem Falle ließe der Unmut in betroffenen Stadtteilen nicht lange auf sich warten.

Wie das Dilemma gelöst werden kann, ist noch unklar. Am Ende dürfte es darauf hinauslaufen, dass der private Betreiber tatsächlich weichen muss, weil ein Neubau finanziell nicht anders zu realisieren ist. Das Nachsehen haben schon jetzt die Misburger. Sie stehen weiterhin vor den verschlossenen Türen ihres maroden Bads, obwohl ein Neubau längst in die Wege geleitet werden könnte.  

Dilemma beim Fössebad verzögert Neubau

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Von Andreas Schinkel

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