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Eine taktvolle Form der Integration
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Wennigsen Eine taktvolle Form der Integration

Einfach mal zusammen so richtig auf die Pauke hauen: Das hat sich die Marien-Petri-Kirchengemeinde als passendes Integrationskonzept auf die Fahnen geschrieben – und für einen integrativen Musikworkshop zum Kennenlernen und Deutsch sprechen einige Flüchtlinge und Einheimische zusammen getrommelt.

Integrationsprojekt: Beim Trommelworkshop im Gemeindehaus  geben die teilnehmenden Flüchtlinge und Einheimische gemeinsam den Takt an. Kurt Klose von der Musikschule gibt dabei Hilfestellung.

Quelle: Ingo Rodriguez

Wennigsen. Dass sich ein gemeinsamer Trommelkurs unter Anleitung von Fachpersonal der Calenberger Musikschule als wertvolle Eingliederungshilfe eignet, hatte die Kirchengemeinde in jüngerer Vergangenheit gleich dreimal eindrucksvoll festgestellt. „Mit den Erlösen eines Benefiz-Kabaretts, mit Spenden und Fördergeldern der Region haben wir seit Anfang 2016 schon drei Musikworkshops für Flüchtlingskinder und einheimische Jungen und Mädchen angeboten“, sagte Projektleiterin Karin Hahnefeldaus  im Gemeindehaus.

Dorthin waren jetzt erneut 15 Teilnehmer eines Workshops gekommen – jeweils zur Hälfte Einwanderer und Einheimische. Und wie schon bei den Angeboten für den Nachwuchs lieferte auch die Neuauflage des Gemeindebeirats für die Erwachsenen buchstäblich einen schlagkräftigen Beweis: Die Sprache der Musik ist international, mit Melodien und Rhythmen lassen sich taktvoll Brücken bauen.

„Die Initiative ging von Eltern aus, deren Kinder bei den Workshops Kontakte geknüpft haben“, sagte Hahnefeld am Nachmittag. Die neuen Teilnehmer seien aus dem Kreis der Einwanderer mithilfe der kommunalen Integrationsbeauftragten ausgewählt worden. „Dazu kamen Anmeldungen von interessierten Wennigsen.“

Zu diesem Zeitpunkt hatten Kurt Klose und Phoebe Strunkeit von der Calenberger Musikschule den inzwischen kräftig trommelnden Akteuren bereits eine taktvolle Einweisung für die gemeinsame rhythmische Darstellung einer stampfenden Büffelherde und anderer tierischer Dschungelbewohner gegeben. „Rom-pom-pom“ – hallte es beim Probelauf für ein ghanaischen Trommelstück mit Percussion-Instrumenten durch den Raum.

„Zum Konzept gehört aber nicht nur das gemeinsame Einstudieren einer Komposition“, betonte Hahnfeld nach einer Pause. Die großzügige Unterbrechung zwischen den jeweils eineinhalbstündigen Workshop-Halbzeiten sei für einen anregenden Austausch und zum Kennenlernen bei Tee, Kaffee und Gebäck unverzichtbar, so Hahnefeld. „Es geht ja auch darum, gemeinsam Deutsch zu sprechen und so auch gemeinsam Integrationsarbeit zu leisten“, hob Hahnefeld den Stellenwert und die Bedeutung der Pausengespräche hervor.

Sie würde diese Musikworkshops als wertvollen Beitrag zu den kirchlichen Integrationsbemühungen am liebsten regelmäßig anbieten. Für eine Neuauflage und Fortsetzung muss Hahnefeld aber erst einmal das Budget der Kirchengemeinde überprüfen. Das dreistellige Honorar für das neueste Projekt mit den Musikpädagogen sei mithilfe von Spenden finanziert worden. Jeder Unterstützung für weitere Musikworkshops sei sehr willkommen.

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