Menü
Uetze bekommt ein Zivilschutzkonzept
Klein Mittel Groß

Uetze Uetze bekommt ein Zivilschutzkonzept

Auf der Bahnstrecke Hannover-Berlin entgleist ein ICE und prallt gegen eine der Brücken auf dem Gebiet der Gemeinde Uetze. Unglücke dieser Art spielt zurzeit die Gemeindeverwaltung gedanklich durch. Sie stellt ein Zivilschutzkonzept auf, um für Katastrophen gerüstet zu sein.

Die Einsatzkräfte der Feuerwehren haben einen wichtigen Stellenwert im Zivilschutzkonzept der Gemeinde: Das Foto ist während einer Gefahrgutübung entstanden, als sich die Feuerwehrleute Chemieschutzanzüge anzogen.

Quelle: Friedrich-Wilhelm Schiller

Uetze. "Wir haben jetzt schon Gefahrenabwehrpläne in der Schublade liegen", stellt Jan Schultz, Leiter des Teams Bürgerbüro, Ordnung und Verkehr, klar. Diese Pläne werden laut Schultz überarbeitet und zu einem Gesamtkonzept zusammengeführt. Zum Beispiel müsse man die Alarmierung des Krisenstabs auf den neuesten Stand bringen. "Es gibt inzwischen andere Benachrichtigungsmöglichkeiten als mit dem Telefon", erläutert der Teamleiter. Für die Überarbeitung der Gefahrenabwehrpläne seien Rathausmitarbeiter bei Fortbildungen im vorigen Jahr sensibilisiert worden. 

Beim Aufstellen des neuen Konzepts geht die Verwaltung verschiedene Szenarien durch. Denkbar ist, dass das Stromnetz bei einer Schneekatastrophe zusammenbricht. Vielen Einwohnern ist noch der Sturm in Erinnerung, der 1997 Schwüblingsen verwüstet hat. Bei einem Unwetter könnte auch wieder die Fuhse über die Ufer treten. "Wenn etwas auf der Bahnstrecke Hannover-Berlin passiert, kann ein großer Schaden entstehen", sagt Schultz. Das hätten die Zugunglücke bei Eschede 1998 und in Bad Aibling vor einem Jahr deutlich gemacht. Ein Gefahrgutunfall und ein Busunglück auf der Straße können ebenfalls gravierende Folgen haben.

Ein großes Gefahrenpotenzial bestehe bei den vier großen Recyclingunternehmen Avista, Remondis, Brockmann und Illmer. Bei einem Großbrand in diesen Betrieben könnten Evakuierungen wie bei den jüngsten Bombenentschärfungen in Dollbergen erforderlich werden.

"Uns treibt die Frage um, was ist, wenn das Rathaus - zum Beispiel bei einem Stromausfall - betroffen ist", sagt Schultz. Auch wenn der Trend zum papierlosen Büro gehe, müsse die Gemeindeverwaltung bestimmte Daten auf Papier vorhalten. Im Katastrophenfall müsse sie auf Lagepläne, Einwohnerdateien und Kontaktadressen zugreifen können.

An der Ausarbeitung des Zivilschutzkonzepts arbeiten Schultz zufolge alle Fachbereiche mit. Bei Bedarf holten sie sich Rat bei der Feuerwehr und der Polizei. Ansprechpartner sei auch die Regionsverwaltung.

Ende des Jahres will die Gemeindeverwaltung das Konzept dem Rat und auch der Bevölkerung präsentieren. "Die Bevölkerung soll zum Selbstschutz animiert werden", kündigt der Teamleiter an. So sollten sich die Einwohner kleine Lebensmittel- und auch Trinkwasservorräte zulegen, obwohl es Trinkwassernotbrunnen im Gemeindegebiet gebe.

Fotostrecke Uetze: Uetze bekommt ein Zivilschutzkonzept

Zur Bildergalerie
E-Mail facebook twitter google+WhatsApp
Voriger Artikel: Schleuse statt Todesfalle für Fische
Home
Nächster Artikel: Neues Feuerwehrhaus soll 2019 stehen