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Der Sparschwein-Klau geht um
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Ronnenberg Der Sparschwein-Klau geht um

Zweimal hinter einander klingelt die Ladenglocke - dann sieht Katrin Camprad nur noch den davon laufenden Dieb. Zum zweiten Mal innerhalb von vier Wochen ist in ihrer Bäckerei das Sparschwein mit den Trinkgeldern gestohlen worden. Handelt es sich um einen Serientäter?

Katrin Camprad behält das Sparschwein mit dem Trinkgeld jetzt besonders im Auge.

Quelle: Uwe Kranz

Ronnenberg. Es geht um die Trinkgelder der Beschäftigten oder um Spenden für einen guten Zweck: Auf vielen Ladentheken stehen Boxen oder Sparschweine, in die zufriedene Kunden oder großzügige Spender etwas Kleingeld einwerfen. Ausgerechnet diese Spendenbehälter sind in den vergangenen Wochen in Ronnenberg das Ziel von Dieben gewesen. Und diese gingen dabei sogar ziemlich unverforen vor.

Katrin Camprad, Chefin der gleichnamigen Bäckerei an der Gehrdener Straße, erinnert sich genau an Tat und Täter. "Da war ein junger Mann, der fragte, ob er mit EC-Karte bezahlen könne", erzählt Camprad. Da dies in der Bäckerei nicht möglich ist, wollte er kurz Bargeld holen gehen. Camprad verlies den Laden und hörte kurz darauf die Ladenglocke zweimal, in kurzer Folge. "Ich trat in den Laden und habe sofort bemerkt, dass das Sparschwein weg ist. Und dann sah ich den jungen Mann weglaufen", beschreibt sie das Geschehen. 

Vier Wochen zuvor sei es in ihrem Laden schon zu einem ähnlichen Fall gekommen. Auch damals wurden das Trinkgeld der Angestellten gestohlen. Im Friseursalon von Brigitte Mann, ein paar Häuser weiter in der Langen Reihe sei es zudem zu einem Spardosendiebstahl gekommen. Nicht auszuschlißen, dass noch weitere Schweine unrechtmäßig ihren Besitzer gewechselt haben.

Das Motiv kann sich Camprad nicht recht erklären. "Es ist doch nicht viel Geld darin", sagt sie. Es bleibe aber ein ungutes Gefühl bei ihr und ihren Mitarbeitern, "dass man sich auf dem Dorf nicht mehr sicher sein kann". Der Überfall auf ein Kiosk in der Nachbarschaft vor rund drei Wochen würde seinen Teil ebenfalls zu diesem Empfinden beitragen, sagt sie.

Den Sparschweindieb beschreibt Camprad wie folgt: Der Mann war etwa 20 bis 25 Jahre alt und 1,75 Meter groß. Er war sehr schlank ("fast schon ein Spargel") und trug eine Brille und ein Cappy. Laut der Bäckereichefin machte er keinen ausländischen Eindruck und sprach akzentfreies Deutsch.

Die Polizei kann allein nichts tun

Trotz der vermutlich geringen Beträge in den Sparschweinen handele es sich bei den Taten um Diebstahl, stellt Angela Mies, Ermittlungsführerin im Kriminalermittlungsdienst des Polizeikommissariats Ronnenberg, fest. Allerdings kann die Polizei in diesen Fällen nicht von sich aus aktiv werden. "Diebstahl ist ein Antragsdelikt", sagt die Polizeibeamtin. Jeder müsse selbst entscheiden, ob er seinen Fall zur Anzeige bringe. Allerdings sollte es im Interesse aller sein, den Täter auch einer Bestrafung zuzuführen und weitere Taten zu verhindern - zumal dann, wenn Zeugen Beobachtungen gemacht haben und sogar eine Täterbeschreibung machen können.

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