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Dorf siegt beim Regionswettbewerb
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Jeinsen Dorf siegt beim Regionswettbewerb

Die Mühe hat sich gelohnt, die Sensation ist perfekt: Jeinsen ist Sieger beim Regionswettbewerb Unser Dorf hat Zukunft. Nach einem verregneten Rundgang der Jury am Freitagvormittag wurde das Ergebnis am Freitagnachmittag von der Regionsverwaltung bekannt gegeben.

Hermann Schuhrk als Dorfschulmeister unterrichtet die Viertklässler in Heimatkunde.cv

Quelle: Kim Gallop

Jeinsen. Die Jeinser haben wirklich alles gegeben. Schon auf der Anfahrt mit dem Bus von Vardegötzen nach Jeinsen wurde die Jury von zwei Jeinsern begrüßt, die mit Ortsschildern und dem Zusatz "Noch 1 Kilometer bis Jeinsen" am Straßenrand standen. Im Ort wurde die Jury von Ortsbürgermeiser Günter Kleuker und Iris Alm willkommen geheißen.

Einige Jeinser trugen historische Kostüme, etwa Elsa Wohlthat, die den Gästen berichtete, wie die Dorfgemeinschaft um den Erhalt der Hückedahl-Brücke gekämpft hatte - dem historischen Kirchweg. Anke Kleuker, eigentlich Geschäftsfrau, hatte sich ebenfalls verkleidet und schob einen mehr als 100 Jahre alten Kinderwagen samt Babypuppe. Der Jeinser und Hobbyhistoriker Hermann Schuhrk trat als Schulmeister auf und gab den Viertklässlern der Leinetalschule Heimatkundeunterricht. Außerdem sangen die Kinder den Gästen das Lied vom "armen Dorfschulmeisterlein" vor.

Doch der Arbeitskreis unter Federführung von Ortsbürgermeister Kleuker und Dieter Alm vom Bürgerverein Jeinsen klammerte sich nicht an die mehr als 1000-jährige Geschichte, auf die Jeinsen zu Recht stolz sein darf. Die Landwirte Kleuker und Andreas Sehlen berichteten von der Umnutzung ehemals landwirtschaftlicher Gebäude in Geschäfts- beziehungsweise Wohnraum. Pastor Christian Hüttmann erläuterte die Spendensammlung für und den erfolgreichen Bau einer neuen, größeren Kapelle. Oliver Alt verschwieg in seiner Präsentation auch die Herausforderungen der Zukunft nicht, etwa die Umwandlung der Leinetalschule zur Ganztagsgrundschule, um als Schulstandort attraktiv zu bleiben. Oder die Bemühungen um geeigneten Wohnraum, damit mehr Jeinser auch im Alter in ihrem Heimatort bleiben können.

Dieter Alm vom Bürgerverein sorgte mit einer lauten Glocke dafür, dass die Präsentationen nicht zu lange dauerten. Schließlich waren nur anderthalb Stunden eingeplant. Deshalb kamen einige Aspekte viel zu kurz, etwa der Lanz Bulldog von 1937, der von Besitzer Andreas Kleuker präsentiert wurde und mit seinem charakteristischen Geknatter an die vielen Trecker-Treffen im Dorf erinnerten. Bei einer kurzen Rast am Kirchplatz reichten die Landfrauen Jeinsen, das DRK Jeinsen und syrische Familien, die sich im Dorf nieder gelassen haben, Erfrischungen und selbstgemachte Leckereien. Für Gespräche blieb aber kaum Zeit, zu eng war der Zeitplan.

Auch die Nutzung der St. Georg-Kirche für vom Bürgerverein organisierte Konzerte, Lesungen und Kabarettaufführungen konnte nur gestreift werden. Ebenso die Situation der Ortsfeuerwehr Jeinsen. Der ehemalige Ortsbrandmeister Ernst-Heinrich Kreimeyer konnte stolz berichten, dass es keine Nachwuchsprobleme gibt. Er verschwieg aber auch nicht, dass das marode Gerätehaus ersetzt werden muss. "Aber da ist die Stadt Pattensen dran", sagte er - mit einem listigen Blick zu Bürgermeisterin Ramona Schumann, die den Hinweis lächelnd zur Kenntnis nahm.

Ortsrat und Bürgerverein hatten die Jeinser per Handzettel gebeten, bei dem Rundgang Präsenz zu zeigen. Das haben die Anwohner trotz des ungünstigen Termins am Freitagvormittag und des regnerische Wetters getan. Mütter schoben ihre Kinderwagen durchs Dorf, Hundebesitzer führten ihre Tiere aus und Ehepaare schlenderten Arm in Arm und mit Regenschirm über die Straßen und Plätze. Als Ortsbürgermeister Kleuker am Nachmittag vom Jeinser Sieg erfuhr, sagte er: "Ich bin begeistert! Der Einsatz der Jeinser Bewohner hat sich gelohnt - nicht nur die Arbeit vom Arbeitskreis."

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