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Erinnerung an die Toten von April 1945 bleibt
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Pattensen-Mitte Erinnerung an die Toten von April 1945 bleibt

Vor fast genau 72 Jahren hat sich in Pattensen ein tragisches Ereignis abgespielt. Dabei haben am 8. April 1945, in den letzten Tagen des Zweiten Weltkriegs, mindestens 44 Menschen den Tod gefunden. Es waren Frauen, Kinder, ältere Menschen und sehr junge Soldaten.

Eine Gedenktafel und die Gräber der Soldaten und Pattenser Familien auf dem Friedhof an der Jeinser Straße erinnern an die Toten vom 8. April 1945.

Quelle: Kim Gallop

Pattensen-Mitte. Größere Städte hatten schon kapituliert, doch Pattensen sollte verteidigt werden. Als die amerikanischen Panzer an dem Sonntag aus Richtung Hüpede vorrückten, wurden sie von Pattensen aus beschossen. Die Amerikaner forderten Unterstützung aus der Luft an, gegen 17.30 Uhr begannen der Beschuss und die Bombardierung. Mehrere Häuser wurden komplett zerstört, zum Beispiel an der Steinstraße und am Corvinusplatz. Es starben auch Bewohner, die sich in den vermeintlich sicheren Keller geflüchtet hatten. Die Soldaten starben in den Trümmern der Grundschule, wo sie untergebracht waren. Mindestens 44 Menschen verloren an diesem Tag ihr Leben.

Eine Gedenktafel auf dem Friedhof an der Jeinser Straße erklärt, warum die Grabsteine auf einem separaten Bereich alle das gleiche Sterbedatum aufweisen. Nicht viele Menschen in Pattensen haben an diesen Tag noch eine persönliche Erinnerung. Einer, der kurz nach Kriegsende geboren wurde. denkt an die Großmutter, die er nie kennen lernen durfte. Einer weiß noch, dass er als kleiner Junge mit dem Anblick der Leichen fertig werden musste. Eine Pattenserin erinnert sich mit großer Trauer an die Toten, die notdürftig zugedeckt vor den zerstörten Häusern lagen. "Das waren doch unsere Nachbarn, wir kannten uns alle", sagt die heute 89-Jährige leise.

Ihre Familie hatte sich kurz vor dem Angriff zu Bekannten in Koldingen geflüchtet. Erst am Montagmorgen kamen sie nach Pattensen zurück. "Wir mussten an den amerikanischen Soldaten vorbei gehen, ich habe geschwitzt vor Angst." Am Haus der Familie war einiges zerstört, auch gestohlen - etwa der Herd. Aber Eltern und Geschwister waren am Leben.

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