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Wie weiter? Wohin mit den Lastwagen von der B6?
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Neustadt Wie weiter? Wohin mit den Lastwagen von der B6?

Über diese Nachricht diskutieren die Neustädter dieser Tage: Die Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr hat die B-6-Brücke über die Leine wegen mangelnder Tragfähigkeit kurzfristig für Fahrzeuge über 7,5 Tonnen voll sperren lassen. Nun muss geklärt werden, wie sich der Schwerlastverkehr umleiten lässt.

Letzte Abfahrt vor der Leine-Brücke in Richtung Süden: Lastwagen werden von der B6 auf die Leinstraße in Neustadt umgeleitet.

Quelle: Nadine Kirst

Neustadt. Vor allem die Stadt muss handeln. Seit Donnerstag zeigen Hinweisschilder den Fahrern auf der B6, dass sie die Bundesstraße verlassen müssen. Lastwagen über 7,5 Tonnen aus Richtung Nienburg müssen spätestens an der Abfahrt zur Leinstraße den Blinker setzen. Fahrer in Richtung Norden werden zur Mecklenhorster Straße von der B6 heruntergeleitet. Auf welchen Routen sie dann durchs Stadtgebiet steuern, ist noch nicht geklärt. „Wir arbeiten mit Hochdruck an einer Umleitungsstrecke. Sie wird schnellstmöglich ausgeschildert“, sagt Stadtsprecher Benjamin Gleue. Offenbar war auch die Stadt erst spät informiert worden, Bürgermeister Uwe Sternbeck zeigte sich am Mittwoch "überrascht und bestürzt".

Damit ein Großteil des Schwerlastverkehrs auf der wichtigen Nord-Süd-Verbindung gar nicht erst bis an Neustädter Gebiet heranfährt, sollen die Fahrzeuge möglichst frühzeitig umgeleitet werden. Diese großräumige Umgehungsstrecke führt über die B214 zur A7, weiter über die A352 zur B6, Anschlussstelle Herrenhausen, und umgekehrt, wie Friedhelm Fischer, Geschäftsbereichsleiter Hannover bei der Landesbehörde, erläutert.
Etwa 2000 Lastwagen passierten täglich bis zur Sperrung die Leine-Brücke, davon etwa 1500 Fahrzeuge ab 7,5 Tonnen. „Dieser dauerhaften Belastung kann das Bauwerk nicht standhalten“, sagt Fischer. Das habe eine "aktuelle Nachrechnung" ergeben. Die Sperrung für schwere Transporter sei deshalb unumgänglich. „Nicht auszudenken, was passiert, wenn die Brücke komplett versagt und voll gesperrt werden muss“, so der Geschäftsbereichsleiter. Dass diese Lösung für alle Beteiligten nicht optimal ist, räumt Fischer ein. „Wir können nur an die Fahrer appellieren, die Sperrung großräumig zu umfahren.“ Nicht auszuschließen sei, dass künftig der Schwerlastverkehr im Neustädter Stadtgebiet zunehmen wird.

Die Planungen für einen Brückenneubau haben nach Angaben der Landesbehörde bereits begonnen, geschätzte Kosten 10 Millionen Euro. Fünf Jahre könnte die Planungsphase dauern. Parallel werde geprüft, ob sich die bestehende Brücke so verstärken lässt, dass sie für Lastwagen wieder geöffnet werden kann. „Aber auch dazu braucht es eine Planungsphase nicht unter drei Jahren“, so Fischer.

Baustelle kommt erschwerend hinzu

Anwohner der großen Durchgangsstraßen in der Kernstadt sowie Geschäftsleute müssen sich wohl oder übel auf mehr Verkehr vor ihrer Haustür einstellen. Vor allem die Mecklenhorster Straße droht zum Nadelöhr zu werden. Dort werden ab Dienstag, 2. Mai, die Bauarbeiten fortgesetzt. Zunächst sollen in Höhe der Apfelallee Kanalarbeiten erledigt werden. Der Schützenplatz bleibt erreichbar, bietet auch Anwohnern für die Dauer der Sanierung Parkmöglichkeiten. Der Verkehr wird, wie Stadtsprecher Gleue sagt, einspurig an der Baustelle vorbeigeleitet, Sperrungen sollen die Ausnahme sein. An dieser Baustelle müssen auch jene Lastwagen vorbei, die die kürzeste Umleitungsstrecke zwischen den B-6-Anschlüssen Leinstraße und Mecklenhorster/Hannoversche Straße nutzen. „Wir müssen abwarten, wie sich das in den nächsten Wochen entwickelt", sagt Gleue, "und notfalls gemeinsam mit den Behörden reagieren."

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