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Anwältin zeigt Bisamfänger an
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Alt-Laatzen Anwältin zeigt Bisamfänger an

Die Bisamjagd an der Leine bei Alt-Laatzen hat ein juristisches Nachspiel: Eine Hemminger Anwältin hat jetzt Strafanzeige gegen den Bisamfänger gestellt, weil er gegen das Tierschutzgesetz verstoßen habe. Zeugen hatten beobachtet, dass ein gefangenes Tier mehrere Minuten lang im Todeskampf lag.

Mit einer solchen Falle wurde am Montag an der Leine auf Höhe des Alt-Laatzener Bootshauses ein Bisam getötet.

Quelle: Dorndorf

Alt-Laatzen. "Ein vernünftiger Grund zur qualvollen Art des Tötens kann unter keinen Umständen die Dezimierung von Bisamen sein. Ein solcher Grund könnte allenfalls die Tötung mit sofort wirksamen schmerzlosen Tötungsmechanismen rechtfertigen", schreibt Ines-Maria Pfeiffer in der Anzeige an die Staatsanwaltschaft Hannover, die dieser Zeitung vorliegt. Entsetzt zeigt sich Pfeiffer angesichts der Art der Falle: Ein Klappmechnismus schnappt zu, sobald an dem Köder - in diesem Fall ein Apfel - gezogen wird. "Die Art der Falle ist mittelalterlich und entspricht nicht mehr den gesellschaftlich anerkannten Regeln, Tiere - zumal verfassungrechtlich geschützt - auf diese Art und Weise verenden zu lassen", schreibt Pfeiffer.

Als Zeugen benennt die Hemmingerin den Laatzener Feld- und Forsthüter Siegfried-Karl Guder und den Vorsitzenden des Fischereivereins Laatzen Klaus Kurtz, die nach dem Vorfall am Montag von einem mehrere Minuten anhaltenden Todeskampf berichteten. Pfeiffer regt darüber hinaus an zu prüfen, ob gegen weitere naturschutzrechtliche Vorschriften verstoßen wurde, etwa wegen des Aufstellens im Biberrevier und während der Brut- und Setzzeit.

Ein privater Bisamfänger hatte am Montagnachmittag im Auftrag der Landwirtschaftskammer Niedersachsen mehrere Fallen entlang der Leine bei Alt-Laatzen aufgestellt. Dabei wurde mindestens ein Tier getötet. Nach Protesten von Naturschützern wurden die Fallen bereits am Dienstag entfernt. In Zukunft sollen laut Kammer andere Fabrikate verwendet werden, die eine Verletzung größerer Tieren wie Biber ausschließen.

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